Zulaufkanäle
Das Abwasser kommt über zwei Freispiegelkanäle und zwei Druckleitungen an. Laufend wird eine Probe entnommen, gekühlt und täglich im eigenen Labor untersucht; Menge, pH-Wert, Leitfähigkeit und Temperatur messen wir online.
Rund 1,6 Millionen Kubikmeter Abwasser kommen jedes Jahr bei uns an. Auf dem Weg durch 18 Stationen wird daraus sauberes Wasser für die Ager – und Klärschlamm, der als Dünger auf die Felder zurückgeht.

Zuerst wird gemessen, gesiebt und ausgeglichen: Alles, was nicht ins Wasser gehört und die Biologie stören würde, kommt hier heraus.
Das Abwasser kommt über zwei Freispiegelkanäle und zwei Druckleitungen an. Laufend wird eine Probe entnommen, gekühlt und täglich im eigenen Labor untersucht; Menge, pH-Wert, Leitfähigkeit und Temperatur messen wir online.
Hier übernehmen wir die Inhalte von Senkgruben – Montag bis Donnerstag 6:00–14:45 Uhr, Freitag 6:00–12:00 Uhr oder nach Voranmeldung.
Ein automatischer Umlaufrechen mit 3 mm Spaltweite holt Grob- und Störstoffe heraus. Sie werden gewaschen, gepresst, in Endlossäcke verpackt und entsorgt.
Ein Rundsandfang trennt Schotter, Streusplitt und Sand ab. Der Sand wird gewaschen – das klappt so gut, dass wir gegen Entgelt auch Kanalräumgut reinigen.
Abwasser kommt in Spitzen, nachts und am Wochenende dagegen kaum. Das Becken mit 900 m³ speichert die Spitzen, damit die Mikroorganismen gleichmäßig versorgt sind.
Bei Starkregen drosseln wir den Zulauf auf etwa das Doppelte der Trockenwettermenge. Der Rest wartet in diesem 900-m³-Becken und wird danach dosiert zur Anlage gepumpt.
Das eigentliche Reinigen erledigen Mikroorganismen – über 4.000 verschiedene Stämme. Unsere Aufgabe ist, ihnen die besten Bedingungen zu bieten.
Ohne Sauerstoff geraten die Mikroorganismen unter Stress und geben Phosphor ab – den sie danach im Belebungsbecken umso fester einbauen. So entfernen wir 70 bis 80 % des Phosphors biologisch.
Im früheren Emscherbrunnen setzt sich in den Absetzrinnen der Primärschlamm ab. Ein Faulraum dient heute als Anaerobbecken, die übrigen drei als Schlammspeicher.
Erste biologische Stufe: Zwei Drehsprenger verteilen das Wasser über eine Füllung aus Hochofenschlacke. Der Bewuchs darauf baut vor allem kohlenstoffreiches Abwasser aus Betrieben ab. Die Luft zieht von selbst nach oben – ganz ohne Gebläse.
Ein Schneckenpumpwerk hebt das vorgereinigte Wasser, den restlichen Zulauf und den Rücklaufschlamm zu den Belebungsbecken.
Das Herzstück: zwei arenaförmige Umlaufbecken. Hier wird auch der Stickstoff abgebaut – empfindliche Bakterien machen aus Ammonium Nitrat, andere daraus Luftstickstoff. Den restlichen Phosphor binden wir mit Eisenchlorid.
In vier rechteckigen Becken setzt sich der Schlamm ab. Kettenräumer schieben ihn zu den Trichtern – zurück in den Kreislauf oder als Überschussschlamm in den Speicher.
Ebenfalls in diesem Bereich: 6 Verteilbauwerk
Bevor das Wasser die Anlage verlässt, wird es noch einmal genau geprüft.
Menge, pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur und Sauerstoffgehalt werden laufend gemessen, Proben gehen ins Labor. Mehrmals im Jahr prüft zusätzlich eine unabhängige Prüfanstalt die Reinigungsleistung.
Von hier fließt das gereinigte Wasser in die Ager.
Neben sauberem Wasser bleibt Klärschlamm übrig. Er wird gespeichert, entwässert und als Dünger verwertet.
In den ehemaligen Faulräumen des Emscherbrunnens wird der Schlamm gesammelt und weiter stabilisiert.
Frischer Klärschlamm besteht zu 98 bis 99 % aus Wasser. Eine Filterpresse bringt ihn mit Kalk und Eisenchlorid auf rund 40 % Trockensubstanz – danach wird er zu etwa 10 mm großen Körnern zerkleinert.
Gedüngt wird nur im Frühjahr und Herbst, Klärschlamm fällt aber das ganze Jahr an. Die Halle fasst den Schlamm von sechs bis acht Monaten.
Damit alles rund um die Uhr läuft, wird die Anlage zentral überwacht – und auch die Luft wird gereinigt.
Steuert, regelt und überwacht die gesamte Anlage. Die Daten laufen über einen Ring aus Lichtwellenleitern zusammen; Einstellungen kann unser eigenes Team ändern.
Zulauf- und Ablaufproben werden täglich im eigenen Labor auf verschiedenste Werte untersucht.
Zwei Biofilter reinigen die Abluft aus Rechen- und Sandfanggebäude, Entwässerung und Schlammhalle. Auch hier arbeiten Mikroorganismen.
Ebenfalls in diesem Bereich: 3 Werkstätte, 13 Betriebsgebäude, 17 Garage


